Warum sagt man nicht Behinderte?

Sprache ist mehr als nur Worte

Es gibt viele Merkmale, die einen Menschen beschreiben.
Jemand ist jung oder alt, dick oder dünn,
hat helle oder dunkle Haut, ist Dortmund oder Schalke-Fan.
Jemand ist nett, sportlich, musikalisch oder fleißig.
In erster Linie sind wir alle Menschen.
Wenn wir „der Behinderte“ sagen,
steht die Behinderung im Vordergrund.
Eine Behinderung ist aber nur ein Merkmal von vielen.
Jeder Mensch kann etwas. Jeder ist wertvoll. Auch mit Behinderung.

In der Vereinbarung über die Rechte von Menschen mit Behinderung steht:

Menschen sollen besser über Menschen mit Behinderung denken.

Wie können wir das erreichen?

Das geht zum Beispiel durch Sprache.
Unsere Sprache lässt Bilder in unserem Kopf entstehen,
gute und schlechte Bilder.
Ein schlechtes Bild entsteht, wenn man immer sagt oder schreibt:
„Der Mann leidet an einer Hörbehinderung“ oder
„Die junge Dame ist an den Rollstuhl gefesselt
Ob der Mann leidet, weiß nur er selbst.
Nicht jede Behinderung ist schlimm.
Und die junge Frau findet ihren Rollstuhl toll,
weil sie damit alleine unterwegs sein kann.
Ohne Rollstuhl wäre das nicht möglich.

Diese guten und schlechten Bilder beeinflussen Einstellungen.
Das heißt: Wenn wir immer nur Schlechtes berichten,
denkt man schnell, Menschen mit Behinderung können nicht viel.
Besser ist, über gute Dinge zu berichten.
Zum Beispiel: Der Mann mit der Hörbehinderung arbeitet in einer Computer-Firma.
Oder: Die junge Frau spielt im Verein Rollstuhl-Basketball.

Viele Menschen wissen nicht,
dass es besser ist „Menschen mit Behinderung“ zu sagen.
Wenn wir immer wieder „Menschen mit Behinderung“ sagen
und über gute Dinge berichten,

dann entstehen gute Bilder in unseren Köpfen.

 

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